Die Energiepreise sind in den letzten Jahren rasant gestiegen. Im Jahr 2000 beispielsweise war ein Liter Heizöl noch für 40,8 Cent zu haben, am 31.10.2013 kostet die gleiche Menge mit 84 Cent (Bundesdurchschnitt) bereits mehr als doppelt soviel.

Dauerhaft sinkende Energiepreise sind mehr als unwahrscheinlich. Die vorhandenen Reserven werden immer kleiner und die Nachfrage steigt durch aufstrebende Länder wie China oder Indien immer schneller an.

Außerdem ist Erdöl ein sehr beliebtes Spekulationsobjekt – die Preisfindung findet heute auf Terminmärkten, insbesondere den beiden großen Ölbörsen (NYMEX in New York und ICE in London) statt. Das tägliche Handelsvolumen ist durchschnittlich 13mal größer als die physisch vorhandene Ölmenge – was das Ausmaß der Spekulation (jeder Liter Öl wechselt quasi 13mal den Besitzer!) verdeutlichen sollte. Da Öl in Dollar gehandelt wird und nicht in Euro, ergibt sich hier ein weiteres Risiko, das ebenfalls von Spekulanten noch verschärft wird.

Warum aber verdienen die großen Ölkonzerne soviel Geld? Die Antwort ist relativ einfach: Viele von Ihnen haben die gesamte Wertschöpfungskette von der Förderstätte bis zur Tankstelle in der eigenen Hand.  Die Förderkosten an einer Lagerstätte sind relativ konstant und hängen nicht vom Weltmarktpreis ab. Verkauft wird das Öl aber selbstverständlich zu Weltmarktpreisen, auch wenn das Öl nicht eingekauft werden musste. Die Differenz zwischen Weltmarktpreis und eigenen Kosten für Exploration, Förderung, Aufbereitung und Logistik macht dann schließlich den beträchtlichen Gewinn aus.

Nutzung regionaler Ressourcen

Die Nutzung regionaler Rohstoffe zur Energieerzeugung durchbricht diesen Kreislauf. Die Ressourcen sind nicht nur erneuerbar sondern werden eben auch in der Region produziert, in die Energieträger Strom und Wärme gewandelt und auch vor Ort genutzt. Das heißt gleichzeitig auch, dass die immensen Summen für Energiekosten nicht mehr beispielsweise in den Nahen Osten abfließen, sondern in der Region verbleiben und wieder investiert werden können. Nehmen Sie ein kleines Dorf mit 100 Haushalten als Beispiel. Bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 3.000 l Heizöl pro Haus und Jahr ergibt sich eine Summe von ca. 250.000 €, die Jahr für Jahr aufgewendet werden muss und nach der Heizperiode „verbrannt“ ist. Gelingt es dieses Geld in der Region zu halten, wird die Wirtschaftskraft gestärkt und es werden Arbeitsplätze geschaffen.

Durch die Nutzung regionaler Energieträger kann es also gelingen, sich gegen starke Energiepreisschwankungen und Spekulation abzusichern sowie die Versorgungssicherheit zu erhöhen.